Gestern Abend wurde auf unserer diesjährigen Jahresveranstaltung, moderiert von Vera Vordenbäumen, im Festsaal des Rathauses Charlottenburg bereits zum fünften Mal der mit 5000 Euro dotierte Soziale Menschenrechtspreis 2018 vergeben.

Preisträger diesen Jahres sind die Ärzte der Welt e.V., die im Jahr 2000 gegründete deutsche Sektion des internationalen Netzwerks Médecins du Monde. Die "Ärzte der Welt" setzen sich weltweit für das soziale Menschenrecht auf Gesundheitsversorgung für diejenigen ein, die dazu keinen oder nur erschwerten Zugang haben. Die Laudatio hielt Reinhard Laska, Journalist und Vorsitzender der Jury. Zur Dankesrede trat François De Keersmaeker, Direktor der deutschen Sektion der Organisation, auf die Bühne. Für De Keersmaeker ist der Preis "nicht nur eine Anerkennung der Arbeit der zahlreichen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, sondern auch für die mehreren Tausend Klientinnen und Klienten, die die Anlaufstellen in Berlin, München, Stuttgart und Hamburg jährlich aufsuchen und deren Stimmen viel zu oft nicht gehört werden".

Aerzte der Welt

Weitere Informationen über die "Ärzte der Welt" erhalten Sie auf deren Homepage.

Neben dem Sozialen Menschenrechtspreis haben wir auch in diesem Jahr wieder einen Sonderpreis vergeben. Dieser mit 1000 Euro dotierte Preis ging an die Berliner Initiative Bündnis Mieterprotest Kosmosviertel für Ihr engagiertes Streben nach sozialer Gerechtigkeit und Umsetzung des sozialen Menschenrechts auf Wohnraum für alle zu angemessenen Preisen. Das Bündnis setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen im Alt-Glienicker Kosmosviertel ein, eines der ärmsten Viertel der Stadt Berlin. In Empfang nahmen den Preis Peter Schmidt und Katrin Gassan.

 Verleihung Sonderpreis 2018

Der RBB sendete in seiner gestrigen Abendschau einen Beitrag über die Arbeit der Mieterinitiative, in dem zu Beginn auch ein kurzer Ausschnitt unserer Preisverleihung gezeigt wird.

Weitere Highlights waren:

  • ein Grußwort unserer Kuratoriumsvorsitzenden Prof. Dr. Rita Süssmuth
  • ein Vortrag von PD Dr. Michael Krennerich "Soziale Menschenrechte im Aufschwung? Rückblick auf 25 Jahre."
  • Rede des Schirmherrn Reinhard Naumann, Bezirgsbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf
  • musikalische Begleitung des Abends durch das Musikerkollektiv Tricolora aus Berlin

In Kürze folgt ein ausführlicherer Bericht mit Bildern.

Mitveranstaltet von der Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation

Veranstaltungsbild

Die deutsche oder deutsch-deutsche Geschichte fußt auf vielen widersprüchlichen Entwicklungen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Bildlich stehen dafür die häufig zitierten historischen Einschnitte der Jahre 1968 und 1989 -- und vielleicht ja auch einmal die Jahre 2018 und 2019.

Im Rückblick betrachtet, scheint die Gesellschaft von diesen tiefgreifenden Einschnitten regelrecht überrannt worden zu sein. Doch diese vermeintlichen historischen Brüche entstehen nicht einfach so, es gibt ein davor, danach und eine Unmenge von Gleichzeitigkeiten. Häufig fokussiert unsere Sichtweise aber nur auf ein Datum, eine Ausgangslage, eine Seite der Mauer…

Wir möchten in dieser Diskussionsrunde diese scheinbar rational festgelegten Grenzen verschieben und das prozesshafte und teilweise auch individuelle in den Vordergrund rücken. Eine sich gegenseitige Bereicherung von Ost und West, ’68 und ’89 mit Fokus auf die Rolle der Zivilgesellschaft, und die verschiedenen Protestformen, die die Geschichte der BRD und DDR geprägt und verändert haben – bis zum heutigen Tag.

Mit Hans-Christian Ströbele, Judith Braband, Annette Simon und Albrecht von Lucke haben wir uns starke Stimmen eingeladen, die in der Lage sind, diese Entwicklungen und Widersprüchlichkeiten klar zu benennen - gerade auch, weil sie einige davon erlebt und analysiert haben.

Wir möchten in der Diskussion Prozesse miteinander vergleichen, den Finger in immer wiederkehrende Wunden und Missverständnisse legen aber auch gesellschaftliche Entwicklungen und Erfolge klar benennen.

Denn in einer Zeit der neuen Herausforderungen und einer erstarkten Rechten, muss der Blick für das was war und das was kommt gleichermaßen geschärft werden.

Es diskutieren:

  • Hans-Christian Ströbele
  • Judith Braband
  • Annette Simon
  • Albrecht von Lucke

Unter dem Motto “Menschenrechte aktuell” veranstalten die Humanistische Union e.V., die Internationale Liga für Menschenrechte. die Eberhardt-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation und die Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte jeweils am letzten Donnerstag des Monats einen Diskussionsabend.

Web: hausderdemokratie.de

Veranstalter: Internationale Liga für Menschenrechte, Humanistische Union e. V., Eberhardt-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

Unsere diesjährige Jahresveranstaltung mit Verleihung des "Sozialen Menschenrechtspreises 2018" steht unter dem Motto "Soziale Menschenrechte im Aufschwung?" und findet wieder im Festsaal des Rathauses Charlottenburg unter der Schirmherrschaft des Bezirksbürgermeisters Reinhard Naumann statt am Internationalen Tag zur Überwindung der Armut:

am Mittwoch, 17.10.2018 um 18.00 Uhr im Festsaal des Rathauses Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin 

Wir werden im Rahmen der Veranstaltung den diesjährigen "Sozialen Menschenrechtspreis 2018" verleihen und unsere laufenden und zukünftigen Aktivitäten vorstellen.  PD Dr. Michael Krennerich (Universität Erlangen-Nürnberg) wird einen Gastbeitrag halten.

Es erwartet Sie ein informativer und abwechslungsreicher Abend mit musikalischer Begleitung durch das Musikerkollektiv TRICOLORA, Berlin. Anschließend besteht die Möglichkeit zum Austausch bei einem Imbiss.

Die Einladung lesen Sie hier.

Unter dem Motto "Menschenrechte aktuell" veranstalten die Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte, die Internationale Liga für Menschenrechte, die Humanistische Union e.V. und die Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation jeweils am letzten Donnerstag des Monats einen Diskussionsabend mit Brot und Käse, Wasser und Wein.

Am Donnerstag, 27. September, 19.00 Uhr, Robert-Havemann-Saal (Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, Berlin) verantwortet die Humanistische Union eine Vesper zum Bedingungslosen Grundeinkommen:

Seit einigen Jahren wird quer durch alle Parteien und politischen Lager über ein Grundeinkommen diskutiert. Es gibt verschiedene Modelle, die sich hinsichtlich ihrer Höhe, ihrer Bedingungen und ihrer Auswirkungen auf den Sozialstaat unterscheiden. Zuletzt schlug Berlins Bürgermeister Michael Müller ein Solidarisches Grundeinkommen vor.

Gerade ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) soll zu einem selbstbestimmten Leben führen und einen Ausweg aus den derzeitigen Problemen der Arbeitsgesellschaft mit ihren zunehmend niedrigen Löhnen und kurzfristigen Beschäftigungen weisen. Es soll die Grundlage für eine bessere Gesellschaft bilden.

Gegen das BGE wird eingewandt, dass es in einer existenzsichernden Höhe nicht verwirklicht werden könne, dass ein BGE zu einem Abbau des Sozialstaats führe und dass die damit verbundenen Hoffnungen realitätsferne Utopien seien.

 Auf der Vesper diskutieren wir mit Robert Ulmer, Initiative Grundeinkommen Berlin und Dierk Hirschel, Gewerkschaftssekretär, ver.di Bundesvorstand – Bereich Wirtschaftspolitik über die Gründe die für und gegen ein BGE sprechen und ob und wie es verwirklicht werden kann.

 

 

Am 29.6.2018 fand bei schönstem Sommerwetter von 10-16 Uhr unsere Fachtagung zum Thema "Verwirklichung der sozialen Menschenrechte in Zeiten sozialer Spaltung. Das Menschenrecht auf Bildung" statt - mit und in dem ver.di Bildungs- und Begegnungszentrum "Clara Sahlberg" in Berlin Wannsee. Nach fundierten und lebendigen Einführungsvorträgen von PD Dr. Michael Krennerich (FAU Nürnberg) und Prof. Dr. Kirsten Lehmkuhl (TU Berlin) wurden einzelne Themen rund um das Menschenrecht auf Bildung in drei Workshops näher beleuchtet.  Nach einer Zusammenfassung der Ergebnisse der Workschops diskutierten in einer abschließenden Expert*innenrunde Elke Breitenbach, Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Marwa al-Radwani (Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen), Prof. Dr. Lehmkuhl (TU Berlin), PD Dr. Krennerich (FAU Nürnberg) und Azize Tank (MdB a.D.) unter der Moderation von Vera Vordenbäumen.

Im Workshop A Vision diskutierte unser Vorstandsmitglied Kaus Kohlmeyer mit Judy Gummich, Charlotte Kruhöffer, Gülcin Durmus, Tanja Rottmann und den Teilnehmer*innen darüber, wie Bildung aussehen muss, damit sie als soziales Menschenrecht für alle zugänglich ist.

Im Workshop B Praxis sprach unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende Sanchita Basu mit Koray Yilmaz-Günay und Lucia Muriel (MEPa e.V.) darüber, wie Bildung funktioniert und welche Zugänge und Hindernisse es gibt.

Im Workshop C Strategie sprach unser Vorstandsmitglied André Nogossek mit Gisela Romain und Anika Duveneck über Vorteile des Empowerments im Vergleich zum neoliberalen Bildungsmodell.

Eine Dokumentation der Tagung ist in Vorbereitung und wird hier als PDF eingestellt werden.

Weitere Fotos der Tagung finden Sie hier.